Gratis advies+49 7930-2699
280.000
Klanten
Veilige
verzending

Neuprägungen und Nachprägungen: Warum auf Millionen Goldmünzen das Jahr 1915 steht

Grafiek wordt geladen

Auf Millionen österreichischer Goldmünzen steht die Jahreszahl 1915 – geprägt wurden viele davon in den 1960er, 1970er oder 1980er Jahren, manche erst vor wenigen Monaten. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch wirkt, ist im internationalen Edelmetallhandel seit Jahrzehnten normale Praxis: Prägestätten legen historische Münzen unverändert neu auf, mit dem alten Datum im Stempel. Wer das nicht weiß, hält eine Nachprägung für einen Jahrgang von 1915 – und zahlt im Zweifel einen Sammlerzuschlag für eine Münze, deren Wert sich schlicht am Goldpreis orientiert.

Nachprägung, Neuprägung, Restrike: drei Wörter für dieselbe Sache

Der Begriff Nachprägung bezeichnet eine Münze, die nach dem Ende der eigentlichen Prägeperiode mit den originalen oder originalgetreu nachgearbeiteten Stempeln erneut hergestellt wird – in aller Regel von der staatlichen Prägeanstalt, die auch schon für die Erstprägung zuständig war. Der Handel verwendet dafür synonym Neuprägung, im Englischen ist von einem Restrike die Rede. Alle drei Wörter meinen dasselbe: offizielle Münzen, hergestellt lange nach dem Datum, das sie tragen.

Damit ist die entscheidende Abgrenzung schon angedeutet. Eine Nachprägung ist keine Fälschung und keine Replik, sondern eine autorisierte staatliche Prägung:

  • Nachprägung (Restrike): offizielle Prägung durch die zuständige Münzanstalt, Material und Maße entsprechen dem Original, das Prägedatum bleibt historisch. Klassisches Handelsgold.
  • Replik / Medaille: privat hergestellte Nachbildung, meist ohne Nennwert, häufig aus unedlem Metall oder vergoldet, oft mit einem Kennzeichen wie „COPY“ oder „REPLIK“ versehen. Kein Zahlungsmittel, kein Edelmetallwert von Bedeutung.
  • Fälschung: unautorisierte Nachbildung mit Täuschungsabsicht – entweder als Umlauffälschung (zu wenig Edelmetall) oder als Sammlerfälschung (richtiges Metall, gefälschter seltener Jahrgang).

Die Grenze verläuft also nicht zwischen „alt“ und „neu“, sondern zwischen autorisiert und nicht autorisiert. Eine 4-Dukaten-Münze aus dem Jahr 2024 mit dem Datum 1915 ist legal, echt und vollwertig – sie ist nur eben kein numismatisches Zeitdokument.

Prägestempel aus Stahl und goldene Münzrohlinge auf einer dunklen Werkbank
Nachprägungen entstehen mit originalgetreuen Stempeln – das Datum im Stempel bleibt, das Prägejahr wandert weiter.

Das Phänomen 1915: Österreichs Handelsgoldmünzen

Das bekannteste Beispiel liefert die Münze Österreich beziehungsweise ihr Vorgänger, das Wiener Hauptmünzamt. Die Habsburgermonarchie prägte bis zum Ersten Weltkrieg eine ganze Familie von Goldmünzen: Dukaten, Goldgulden und Goldkronen. Mit dem Zusammenbruch der Doppelmonarchie endete die reguläre Prägung – die Münzen selbst aber blieben international so gefragt, dass Wien sie später als Handelsgold wieder auflegte, jeweils mit dem letzten amtlichen Prägejahr im Stempel.

Warum gerade 1915?

1915 war das letzte reguläre Prägejahr der österreichischen Golddukaten und der 100-Kronen-Goldmünze – und die Jahreszahl, die auch die 20-Kronen-Nachprägungen tragen. Kaiser Franz Joseph I., dessen Profil die Vorderseite zeigt, starb im November 1916; 1918 war die Monarchie Geschichte. Die Nachprägungen behielten dieses Enddatum bei – aus zwei Gründen. Erstens ist ein feststehendes Datum ehrlicher als eine erfundene Jahreszahl für eine Währung, die es nicht mehr gibt. Zweitens macht es die Unterscheidung einfach: 1915 heißt Handelsgold, nicht Jahrgang.

Systematisch sieht die österreichische Datums-Logik so aus:

Österreichische Handelsgoldmünzen und ihre feststehenden Jahreszahlen
MünzeDatum der NachprägungRaugewichtFeingehaltFeingoldDurchmesser
1 Dukaten19153,4909 g986/1000ca. 3,44 gca. 20 mm
4 Dukaten191513,9636 g986/100013,7696 g39,5 mm
4 Florin / 10 Franken18923,2258 g900/10002,9033 g19 mm
8 Florin / 20 Franken18926,4516 g900/10005,8065 g21 mm
10 Kronen19123,3875 g900/10003,0488 g19 mm
20 Kronen19156,7751 g900/10006,0976 g21 mm
100 Kronen191533,875 g900/100030,4878 g37 mm

Die 10-Kronen-Nachprägungen tragen konsequent 1912, weil diese Stückelung schon 1912 auslief. Die Goldgulden – im Handel als Florin bekannt – wurden 1892 von der Kronenwährung abgelöst und tragen deshalb ausnahmslos die Jahreszahl 1892. Wer also einen 4 Florin Goldgulden mit dem Datum 1892 in der Hand hält, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Nachprägung aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor sich – originale Jahrgänge zwischen 1870 und 1892 sind im Anlagehandel die Ausnahme.

Der Dukaten als Extremfall

Der Dukaten ist unter den Nachprägungen der auffälligste Vertreter, und das aus einem technischen Grund: Das 4-Dukaten-Stück hat mit 39,5 Millimetern den Durchmesser einer Silberunze, wiegt aber nur knapp 14 Gramm. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich dünnes Goldblech von weniger als einem Millimeter Stärke – groß in der Fläche, federleicht in der Hand. Dazu kommt der hohe Feingehalt von 986/1000, das traditionsreiche „Dukatengold“, das dem Stück seinen warmen, fast rotgoldenen Ton gibt.

4 Gold Dukaten Neuprägung der Münze Österreich mit der Jahreszahl 1915
Die 4 Gold Dukaten Neuprägung: 13,9636 Gramm Raugewicht, 986/1000 Feingehalt – und im Stempel unverändert das Jahr 1915.
Producten worden geladen…

Tscherwonetz, Taler und Sovereign: Restrikes sind kein Wiener Sonderweg

Österreich ist nur das bekannteste Beispiel. Das Prinzip zieht sich durch die Münzgeschichte des 20. Jahrhunderts – meist immer dann, wenn ein Staat Gold gegen Devisen verkaufen wollte und dafür ein bereits etabliertes, international vertrautes Format brauchte.

Tscherwonetz: neues Datum, altes Motiv

Der russische Tscherwonetz zu 10 Rubel wurde 1923 erstmals geprägt: 8,6026 Gramm Raugewicht, 900/1000 Feingehalt, rund 7,74 Gramm Feingold – knapp eine Viertelunze. Von 1975 bis 1982 legte die Sowjetunion die Münze mit dem alten Motiv des Sämanns neu auf, vor allem für den Verkauf ins Ausland zur Devisenbeschaffung. Insgesamt kamen dabei rund 6,6 Millionen Stück zusammen.

Hier liegt eine wichtige Besonderheit: Die sowjetischen Nachprägungen tragen nicht das Datum 1923, sondern ihre echten Prägejahre 1975 bis 1982 – nachgeprägt wurde das Design, nicht die Jahreszahl. Gleichzeitig zeigen sie wie die Erstprägung das Wappen der Russischen SFSR. Für die Praxis heißt das: Ein Tscherwonetz mit einer Jahreszahl aus den 1970er oder 1980er Jahren ist eine gängige Anlagemünze. Ein echtes Exemplar von 1923 dagegen ist selten und wird mit deutlichem Sammleraufschlag gehandelt – ein Preisunterschied, der ein Vielfaches des Materialwerts betragen kann.

Maria-Theresien-Taler: das Datum 1780 seit fast 250 Jahren

Das langlebigste Restrike-Projekt der Geldgeschichte ist kein Goldstück, sondern eine Silbermünze. Der Maria-Theresien-Taler mit dem Witwenporträt der Kaiserin und der Jahreszahl 1780 wurde nach ihrem Tod unverändert weitergeprägt – über Jahrhunderte, in zahlreichen Münzstätten von Wien über Günzburg bis Bombay. Nach Angaben des Geldmuseums der Oesterreichischen Nationalbank produzierten im Lauf der Zeit 29 Münzstätten weltweit mehr als 400 Millionen dieser Taler. Die Münze Österreich stellt ihn bis heute her: 28,07 Gramm Gesamtgewicht, 833er Silber, rund 23,39 Gramm Feinsilber, gut 40 Millimeter Durchmesser und die Randschrift „IUSTITIA ET CLEMENTIA“.

Weitere klassische Fälle

  • Mexiko, 50 Pesos „Centenario“: die schwere Anlagemünze mit 37,5 Gramm Feingold wurde in großer Zahl mit dem Datum 1947 nachgeprägt.
  • Großbritannien, Sovereign: die Royal Mint legte in der Nachkriegszeit Sovereigns mit dem Datum 1925 (George V.) neu auf, um die Nachfrage nach Handelsgold zu bedienen.
  • Ungarische Korona: in Stückelung und Gewicht mit den österreichischen Kronen identisch – und ebenfalls als Nachprägung im Umlauf. Deshalb dürfen österreichische und ungarische Stücke preislich nicht in einen Topf geworfen werden.
Die Jahreszahl auf einer Münze ist eine Design-Entscheidung des Auftraggebers – kein Nachweis über das Herstellungsdatum. Diesen Unterschied zu kennen, ist die halbe Preisfindung.

Warum Prägestätten überhaupt nachprägen

Ein Restrike ist für eine Münzanstalt eine nüchterne betriebswirtschaftliche Entscheidung. Vier Motive stecken dahinter:

  1. Vertrauen in ein bekanntes Format: Ein Händler in Kairo, Istanbul oder Belgrad kennt Gewicht, Klang und Aussehen eines Maria-Theresien-Talers oder eines Dukaten. Eine neue Münze müsste dieses Vertrauen erst aufbauen.
  2. Devisenbeschaffung: Beim sowjetischen Tscherwonetz war das offen der Zweck. Gold wurde exportiert, Fremdwährung floss zurück.
  3. Geringe Herstellungskosten pro Stück: Stempel, Werkzeuge und Prozesse existieren bereits. Nachprägungen laufen deshalb mit niedrigem Prägeaufschlag – klassisches Handelsgold statt Sammlerprodukt.
  4. Steuerliche Einordnung als Anlagegold: Goldmünzen, die nach 1800 geprägt wurden, mindestens 900/1000 fein sind, in ihrem Herkunftsland gesetzliches Zahlungsmittel waren oder sind und deren Preis den Goldwert um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt, gelten umsatzsteuerlich als Anlagegold. Dukaten, Kronen, Florin und Tscherwonetz erfüllen diese Kriterien. Silberne Nachprägungen wie der Maria-Theresien-Taler unterliegen dagegen der Umsatzsteuer.

Interessant ist, was die Restrikes historisch zurückgedrängt hat: Als die Münze Österreich 1989 den Wiener Philharmoniker einführte, gab es erstmals eine moderne Unzen-Anlagemünze mit noch geringerem Aufschlag. Die Goldkronen verloren daraufhin ihre Rolle als Standard-Anlageprodukt – die Nachprägungen der 100 Kronen endeten 1988, die der 20 Kronen 1989, die der 10 Kronen erst in den 1990er Jahren. Dukaten und Goldgulden werden dagegen bis heute hergestellt.

Original oder Nachprägung erkennen: sieben Prüfpunkte

Die schlechte Nachricht: Bei einer sauber ausgeführten Nachprägung gibt es kein einzelnes Merkmal, das die Frage zweifelsfrei klärt – Material und Maße sind identisch. Die gute Nachricht: In der Summe ergibt sich fast immer ein klares Bild.

Lupe über dem geriffelten Rand einer Goldmünze, daneben eine aufrecht stehende Münze
Der Rand verrät viel: Riffelung, Randschrift und Prägegrat unterscheiden sich zwischen Epochen und Produktionsverfahren deutlicher als die Bildseiten.

1. Stempelschärfe und Erhaltungsgrad

Eine Münze, die 1915 in Umlauf kam, hat gearbeitet: feine Kratzer, abgeriebene Hochpunkte, matte Felder, oft eine leichte Tönung. Eine Nachprägung wirkt spiegelglatt in den Feldern, die Reliefkanten sind messerscharf, das Porträt hat keine Abriebspuren. Ein „1915er“ in tadelloser Stempelglanz-Qualität ist statistisch fast immer eine Nachprägung – Umlaufmünzen dieses Alters in makelloser Erhaltung sind rar und entsprechend teuer.

2. Randgestaltung

Riffelung, Randschrift und Randprofil verraten das Produktionsverfahren. Moderne Prägemaschinen erzeugen gleichmäßigere Kerben, sauberere Übergänge und einen anderen Grat als Pressen des 19. Jahrhunderts. Bei Talern und Gulden lohnt der Blick auf die vertiefte Randschrift: Bei späten Nachprägungen steht sie sehr regelmäßig und gleichmäßig tief.

3. Gewicht und Durchmesser

Eine Feinwaage mit einer Genauigkeit von 0,01 Gramm und ein Messschieber sind die günstigste Absicherung überhaupt. Offizielle Nachprägungen halten die historischen Sollwerte exakt ein – Abweichungen von mehr als wenigen Hundertstel Gramm sprechen nicht für eine Nachprägung, sondern für eine Fälschung. Wichtig ist, immer mit dem Raugewicht zu vergleichen, nicht mit dem Feingewicht.

Goldmünze auf einer Feinwaage, daneben ein Messschieber und weitere Goldmünzen
Raugewicht, Durchmesser und Dicke gemeinsam geprüft: Die Kombination dieser drei Maße ist bei Fälschungen kaum zu treffen.

4. Feingehalt und Farbe

Der Kupferanteil bestimmt den Farbton. 986er Dukatengold wirkt leuchtend gelb-golden, 900er Legierungen bei Kronen, Florin und Tscherwonetz schimmern deutlich rötlicher. Eine Münze, die farblich aus der Reihe fällt, verdient eine genauere Prüfung – etwa per Ultraschall-Wanddickenmessung oder Röntgenfluoreszenz, wie sie im Fachhandel bei der Echtheitsprüfung eingesetzt wird.

5. Münzmeister- und Prägestättenzeichen

Kleine Buchstaben im Münzbild sind oft der präziseste Hinweis. Beim Maria-Theresien-Taler etwa wird bis heute der Günzburger Stempel mit dem Münzmeisterzeichen „SF“ verwendet. Beim Tscherwonetz wurde bei der Neuauflage die Angabe der Prägestätte angepasst. Wer einen bestimmten Jahrgang kaufen will, sollte diese Details im Münzkatalog gegenprüfen.

6. Verpackung und Zustand des Sets

Nachprägungen kommen typischerweise in modernen Münzkapseln, Münztaschen oder Blistern – Verpackungsformen, die es 1915 nicht gab. Das ist kein Beweis, aber ein starkes Indiz.

7. Die Preisfrage als Plausibilitätstest

Der schnellste Test ist der Preis. Liegt das Angebot nur wenige Prozent über dem reinen Goldwert, handelt es sich um Handelsgold – also eine Nachprägung oder einen häufigen Jahrgang. Wird ein Mehrfaches verlangt, muss der Verkäufer erklären, warum: Seltenheit des Jahrgangs, Erhaltungsgrad, Zertifizierung durch einen Grading-Dienst. Bleibt diese Erklärung aus, ist Skepsis angebracht. Wie stark der Zustand einer Münze beim Verkauf durchschlägt, zeigt unser Ratgeber zu Kratzern, Dellen und Zustandsabschlägen beim Ankauf.

Wann nur der Materialwert zählt

Für die überwiegende Mehrheit der Nachprägungen gilt eine schlichte Regel: Der Preis folgt dem Edelmetallwert plus Aufgeld. Ein numismatischer Zuschlag entsteht nur, wenn Seltenheit dazukommt – und Seltenheit ist bei Münzen, die millionenfach über Jahrzehnte geprägt wurden, definitionsgemäß nicht gegeben.

Konkret heißt das für die Preisbildung:

  • Nachprägung: Feingoldgewicht mal aktueller Goldpreis, dazu ein Aufgeld, das bei kleinen Stückelungen prozentual höher ausfällt als bei großen. Beim 1 Dukaten mit 3,44 Gramm Feingold ist der Aufschlag pro Gramm naturgemäß höher als beim 4 Dukaten mit 13,77 Gramm.
  • Originaljahrgang, häufig: praktisch ebenfalls Materialwert – viele Umlaufjahrgänge der Kronen und Gulden sind so verbreitet, dass sie als Handelsgold laufen.
  • Originaljahrgang, selten oder in Spitzenerhaltung: hier entsteht ein echter Sammlermarkt mit eigenen Preisen, unabhängig vom Metall.

Der typische Fehlkauf sieht so aus: Ein Angebot bewirbt eine „historische Goldmünze von 1915“ mit einem Aufschlag von 30 oder 40 Prozent auf den Materialwert – geliefert wird eine reguläre Nachprägung, die im Fachhandel nahe am Goldkurs zu haben ist. Der Ärger entsteht beim Wiederverkauf: Ankaufspreise richten sich nach dem Feingoldgehalt, nicht nach der Geschichte auf der Vorderseite.

Grafiek wordt geladen

Nachprägungen als Einstieg in klassische Goldformate

Aus dieser Preislogik folgt die eigentliche Stärke der Restrikes. Sie machen Münzformate zugänglich, die als Originale längst in Sammlerhänden und in Sammlerpreisen verschwunden sind. Wer das Design des Kaiserreichs, den Charakter eines Dukaten oder die Optik einer Goldkrone im eigenen Bestand haben möchte, bekommt beides: das klassische Motiv und eine Bewertung, die sich am Metall orientiert.

Dazu kommen praktische Vorteile:

  • Feine Stückelung: Der 1 Dukaten mit rund 3,44 Gramm Feingold und der 4 Florin Goldgulden mit 2,9 Gramm gehören zu den kleinsten sinnvoll handelbaren Goldmünzen und erlauben den Aufbau in kleinen Schritten.
  • Internationale Bekanntheit: Dukaten, Kronen und Tscherwonetz sind über Europa hinaus etablierte Formate mit funktionierendem Zweitmarkt.
  • Klare Anlagegold-Einordnung: Die Goldvarianten erfüllen die umsatzsteuerlichen Kriterien für Anlagegold.
  • Kein Jahrgangsrisiko: Wer eine Nachprägung als solche kauft, zahlt nichts für eine Seltenheit, die nicht existiert – und kann bei einem späteren Verkauf mit einer kalkulierbaren Bewertung rechnen.

Wie sich die österreichischen Dukaten als Produktfamilie einordnen, beschreibt unser Ratgeber zur Gold-Dukaten-Anlagemünze. Wer die klassischen europäischen Umlaufgoldmünzen daneben legen möchte, findet die Formate im Sortiment unter Vreneli und Sovereign. Einen Querschnitt aller Formate zeigt die Übersicht der Goldmünzen, historische Stücke mit numismatischem Anspruch finden sich unter Sammlermünzen.

Die Kurzfassung

  • 1915 auf einem österreichischen Dukaten oder einer 20- oder 100-Kronen-Münze bezeichnet das letzte amtliche Prägejahr, nicht das Herstellungsjahr.
  • Goldgulden tragen als Nachprägung 1892, die 10-Kronen-Münze 1912, der Maria-Theresien-Taler 1780.
  • Nachprägungen sind offizielle, vollwertige Münzen – keine Repliken und keine Fälschungen.
  • Ihr Preis folgt dem Edelmetallwert plus Aufgeld. Ein Sammlerzuschlag ist bei ihnen nicht gerechtfertigt.
  • Der Tscherwonetz ist die Ausnahme: Seine Nachprägungen 1975 bis 1982 tragen echte Prägejahre, aber das Design von 1923.

Aktuelle Marktlage im Blick

Weil der Wert von Nachprägungen unmittelbar am Edelmetall hängt, lohnt der laufende Blick auf Preise und Nachrichtenlage – für Handelsgold ist der Metallkurs die relevante Größe, nicht die Numismatik.

Nieuws wordt geladen…

Häufige Fragen zu Nachprägungen

Ist eine Nachprägung eine Fälschung?

Nein. Eine Nachprägung ist eine offizielle Prägung der zuständigen staatlichen Münzanstalt mit dem originalen Motiv, dem originalen Feingehalt und dem originalen Gewicht. Sie wird lediglich nach dem Ende der eigentlichen Prägeperiode hergestellt und behält dabei die historische Jahreszahl. Eine Fälschung ist dagegen eine unautorisierte Nachbildung mit Täuschungsabsicht, häufig mit zu geringem Edelmetallgehalt.

Warum steht auf neuen Dukaten die Jahreszahl 1915?

1915 war das letzte Jahr, in dem die österreichischen Golddukaten regulär als Zahlungsmittel geprägt wurden. Die Münze Österreich behält dieses Datum bei allen späteren Nachprägungen bei. Dadurch bleibt erkennbar, dass es sich um Handelsgold und nicht um einen bestimmten Jahrgang handelt. Dieselbe Logik gilt für die 20- und 100-Kronen-Münzen (1915), die 10 Kronen (1912) und die Goldgulden (1892).

Wie erkenne ich, ob meine Münze ein Original oder eine Nachprägung ist?

Prüfen Sie mehrere Merkmale gemeinsam: Erhaltungsgrad und Stempelschärfe (Umlaufmünzen zeigen Abrieb, Nachprägungen wirken makellos), Randgestaltung und Randschrift, Raugewicht mit einer Feinwaage, Durchmesser und Dicke mit einem Messschieber, Farbton der Legierung sowie Münzmeister- und Prägestättenzeichen. Ein einzelnes Merkmal genügt selten, die Kombination führt fast immer zu einer belastbaren Einschätzung. Bei größeren Summen ist eine professionelle Echtheitsprüfung sinnvoll.

Sind Nachprägungen weniger wert als Originale?

Materiell nicht: Feingehalt und Feingoldgewicht sind identisch, der Metallwert damit gleich. Numismatisch schon: Originaljahrgänge können – abhängig von Auflage und Erhaltung – einen Sammleraufschlag erzielen, Nachprägungen in der Regel nicht. Für Käufer, denen der Edelmetallgehalt wichtiger ist als die Sammlerseite, ist das eher ein Vorteil, weil sie nahe am Materialwert kaufen.

Sind Nachprägungen mehrwertsteuerfrei?

Goldene Nachprägungen wie Dukaten, Goldgulden, Goldkronen oder der Tscherwonetz erfüllen in der Regel die Kriterien für Anlagegold: Prägung nach 1800, Feingehalt von mindestens 900/1000, Status als gesetzliches Zahlungsmittel im Herkunftsland und ein Preis, der den Goldwert um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt. Silberne Nachprägungen, etwa der Maria-Theresien-Taler, unterliegen dagegen der Umsatzsteuer, da diese Befreiung nur für Anlagegold gilt.

Welche Nachprägung eignet sich für den Einstieg?

Wer klein anfangen möchte, findet im 1 Dukaten mit rund 3,44 Gramm Feingold und im 4 Florin Goldgulden mit 2,9 Gramm Feingold zwei der feinsten gängigen Stückelungen. Für größere Summen ist das Verhältnis von Aufgeld zu Materialwert bei den schwereren Stücken wie dem 4 Dukaten oder der 100-Kronen-Münze günstiger. Welche Variante passt, hängt von der gewünschten Teilbarkeit und dem Budget ab – eine Aussage über künftige Preisentwicklungen ist damit nicht verbunden.

Werden Nachprägungen heute noch hergestellt?

Ja. Die Münze Österreich fertigt Dukaten, Goldgulden und den Maria-Theresien-Taler weiterhin an, teils als laufendes Programm, teils als Auftragsprägung. Beim Tscherwonetz endete die Neuauflage 1982; bei den Goldkronen liefen die Nachprägungen Ende der 1980er Jahre aus, bei der 10-Kronen-Münze erst in den 1990er Jahren. Erhältlich sind die älteren Nachprägungen weiterhin über den Handel.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Angaben zu Gewichten, Feingehalten und Prägezeiträumen beruhen auf Herstellerangaben und numismatischer Fachliteratur. Preise von Edelmetallprodukten schwanken mit dem jeweiligen Metallkurs.

Gratis live-webinar

De digitale euro komt eraan

Wat hij betekent voor uw spaargeld en hoe u zich er nu al op voorbereidt.

00dagen00uur00Min.00sec.
Dominik Kettner
Uw gastheerDominik Kettner
  • Dieter BohlenDieterBohlen
  • Ernst WolffErnstWolff
  • Prof. Dr. Richard WernerProf. Dr.Werner
  • Tom-Oliver RegenauerTom-OliverRegenauer
  • Jochen StaigerJochenStaiger
  • Gerald GroszGeraldGrosz
Nu gratis uw plaats veiligstellen100% gratis · live in uw browser, geen installatie nodig

Vergelijkbare artikelen

Ontvang gratis tips om uw vermogen te beschermen en hoor als eerste van nieuwe producten

Wilt u regelmatig op de hoogte worden gehouden van nieuwe producten, interessant financieel nieuws en exclusieve aanbiedingen? Meld u dan hier aan voor de gratis nieuwsbrief van Kettner Edelmetalle.

Door uw e-mailadres in te voeren en op de knop “Verzenden” te klikken, geeft u de volgende toestemming: “Ik ga ermee akkoord per e-mail te worden geïnformeerd over nieuwe producten, interessant financieel nieuws en exclusieve aanbiedingen en geef daarom toestemming voor de verwerking van mijn e-mailadres voor het toesturen van de nieuwsbrief. Deze toestemming kan ik te allen tijde en zonder opgave van redenen met werking voor de toekomst intrekken. De rechtmatigheid van de verwerking die vóór de intrekking heeft plaatsgevonden, blijft bij intrekking onaangetast.”